Da ich schon seit 2 Wochen hier bin und jetzt erst angefangen habe mit meinem Blog, sehr Zeitakkurat, ich weis, kommt erst mal ein kurzer Recap von den letzten 2 Wochen: (Fingerknacksen & Räuspern) Vamos!
01.01.2020/02.01.2020 I feel lonely – lo -lo-lo-lo-lonely
Neues Jahr, neue Vorsätze, neuer Start – ich denke ich hab das voll und ganz erfüllt. Gleich mal mit was Krassem starten, weil wenn schon, denn schon. Zum ersten mal seit Jahren schlaf ich am Neujahrestag aus und stehe nicht wie gewohnt seit halb 9 auf meinen Skiern und schaue voller Vorfreude auf die menschenleeren Pisten. Stattdessen steh ich übermüdet in der Küche und koche mir eine letzte Mahlzeit daheim für ein halbes Jahr. Es fühlt sich halt gar nicht so an, dass ich jetzt für so eine lange Zeit weg bin… eher wie Urlaub, vermischt mit ein bisschen Panik und Dejavus aus Spanien. Nervlich hab ich mich eigentlich noch ganz gut im Griff, da hab ich mich wahrscheinlich gestern bei meim Nervenzusammenbruch wegen des Koffergewichts voll verausgabt. So nebenbei Gewichtsbeschränkungen sind der größte Dreck wenn man sein Leben für ein halbes Jahr in 23 kg packen soll. Believe me. Trotzdem fühlt sich alles einfach seltsam an und irgendwie kommt nicht wirklich Vorfreude auf, da mein Hirn jetzt Angstzustände von meiner Reise nach Spanien wiederrauskramt. Im Radio auf dem Weg zum Flughafen spielen sie nur deprimierende Songs, was die Stimmung ungemein aufheitert. Der Höhepunkt wird mit „I feel so lonely“ erreicht. Na wunderbar.
Wieder erwarten ist der Flughafen menschenleer und ich muss nirgends anstehen – ein Nachteil ist, dass mein verheultes Gesicht halt echt aufällt. Abschiede sind der größte Dreck Teil 2. Believe me. Dementsprechend werde ich an der Sicherheitskontrolle gleich mal rausgezogen; aber später bei der Passkontrolle muss ich den Beamten von seinem Candy Crush Spiel aufschrecken, der gar nicht mehr erwartet hat, dass noch jemand kommt. Mit über einer Stunde Verspätung, weil sie erst noch das Flugzeug abtauen müssen beginnt meine Reise zum lonely Mountain.
Ich hab einen Fensterplatz, was ein echter Jackpot ist, da i so den ersten Flug erst mal verschlafe. Bei meinem ersten Zwischenstop in Dubai treffe ich vor dem Schild mit den Gates meine Sitznachbarin wieder. Was ziemlich awkward ist, da wir nichts geredet haben auf dem Flug – aber ab jetzt verfolgt sie mich oder ich verfolge sie. Wir laufen uns die ganze Zeit über den Weg, und das obwohl Dubai ein riesen Flughafen ist. Bei der Sicherheitskontrolle, beim Wasser kaufen, in der U-bahn des Flughafens, auf dem Klo und sogar beim Zähneputzen stehen wir nebeneinander. Ich überlege die ganze Zeit, ob ich sie ansprechen soll aber irgendwie ist die Situation zu seltsam und es kommt nicht dazu. Bei dem exakt selben McDonalds, bei dem ich auch mit dem Chinaaustausch war, Zufälle gibts, verlier ich sie aus den Augen. Dafür kann ich ab jetzt englischsprechende Menschen am Aussehen erkennen – rote Haare und Omis mit Hut, blond gefärbten Haaren und Sonnenbrillen. Außerdem seh ich jetzt extrem viele Travellisas, die man ebenfalls am Aussehen erkennt, aber wahrscheinlich bin ich selber eine. Dieses mal hab ich einen Gangplatz und die 16h ziehen sich, sehr, sehr , seeeeeeeeeeeeeehr lang. Eat – Sleep – Film schauen – Repeat. Aus Zeitvertreib fange ich mehrmals an eine Runde durchs Flugzeug zu rennen und ende dann am Klo, damit die Leute nicht denken, dass ich nicht fähig bin meinen Sitzplatz wiederzufinden. Dafür erweck ich jetzt den Eindruck von Blasenschwäche.

Als wir in Auckland landen, weis ich nicht mehr wie spät es eigentlich ist und erst recht nicht welchen Tag wir haben. Kurzzeitig bin ich mir nicht mal sicher in Neuseeland zu sein, da mich der Zollbeamte, der aussieht wie mein Grundschulleher Herr Kopp auf Deutsch begrüßt. Ich finde dann doch tatsächlich den Air New Zealand Schalter und kann meine Koffer ein weiteres mal einchecken und auch diese Frau ist so süß zu mir, dass ich beschließe Neuseeland jetzt schon, allein wegen der Menschen zu lieben.
In Auckland ist es sogar noch heißer als in Dubai und während ich auf das Boarding in einen schwarzen (wie cool!) Flieger warte, fange ich an zu schwitzen. Was von dem heißen Wetter kommt und nicht aus Angst vor dem ersten Zusammentreffen mit meiner Gastfamilie. Ist doch ganz klar.


